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(bald online)
threshold
Threshold untersucht den Übergang zwischen Innen und Außen, Sichtbarkeit und Verborgenheit, Gewissheit und Ungewissheit. Die Arbeiten zeigen Figuren während des An- oder Ausziehens – in einem Moment, in dem Identität weder vollständig sichtbar noch vollständig verborgen ist.
Die Körper lösen sich in malerischen, verschwommenen Farbflächen auf. Sie entziehen sich einer eindeutigen Lesbarkeit und stehen für das Innere: für Gedanken, Erinnerungen, Gefühle und Selbstbilder, die sich verändern und sich einer klaren Definition widersetzen. Im Kontrast dazu sind die Kleidungsstücke präzise und haptisch gemalt. Stoff wird zum Symbol für das Greifbare – für Rollen, Erwartungen, Schutz und die Art, wie wir uns der Welt zeigen.
Zwischen diesen Ebenen entsteht keine Gegenüberstellung, sondern eine Spannung. Die Kleidung kann verbergen oder offenbaren, schützen oder einengen. Sie kann Ausdruck einer selbstgewählten Identität sein oder einer Rolle, die übernommen wird. Ebenso kann das Ablegen der Kleidung als Moment der Verletzlichkeit, der Befreiung oder der Selbstfindung verstanden werden. Die Serie verweigert eine eindeutige Interpretation und versteht Identität nicht als festen Zustand, sondern als einen fortwährenden Prozess.
Ein wichtiger Ausgangspunkt der Serie ist das Phänomen des Masking, wie es insbesondere bei Menschen im Autismus-Spektrum beschrieben wird: das bewusste Anpassen an gesellschaftliche Erwartungen, das Aufrechterhalten einer Fassade und das Verbergen des eigenen Erlebens, um dazuzugehören oder nicht aufzufallen. Threshold greift diesen Gedanken auf, versteht ihn jedoch als universelle Erfahrung. Die Arbeiten fragen danach, welche Rollen wir übernehmen, welche Schutzmechanismen wir entwickeln und wie sich das Spannungsfeld zwischen innerem Erleben und äußerer Erscheinung auf unsere Identität auswirkt.
Vielleicht liegt Identität nicht hinter der Maske. Vielleicht entsteht sie erst im Spannungsfeld zwischen dem, was wir zeigen, dem, was wir verbergen, und dem, was wir selbst über uns zu wissen glauben.












